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Grundlagen

Umstieg auf Windows Server 2025: Ablauf und Rückwegplan

9. März 2026 · RATH-iT · ← Zurück zum Blog
DER KELLER

Das Anschaffungsjahr steht in keiner Liste.Fällig wird die Maschine trotzdem.

Die Budgetliste fürs kommende Jahr liegt am Tisch, und bei der Zeile mit dem Server hört die Planung auf. Wie alt die Maschine im Keller ist, muss man in alten Rechnungen suchen. Wann sie fällig wird und was sie dann kosten soll, kann Ihnen im Moment niemand sagen.

4undokumentierte Dienste
fand die Inventur vor der Umstellung
! Was in der Budgetrunde offenbleibt
09:10 Buchhaltung „Das Anschaffungsjahr steht in keiner Liste. Ich müsste die Rechnung von damals suchen.“
09:25 Büroleitung „Bis wann bekommt unsere Serverversion überhaupt noch Sicherheitsupdates?“
09:40 Sekretariat „Und wenn beim Umstellen etwas schiefgeht, wie kommen wir dann zurück?“
10:00 Sie „Das schauen wir uns an, wenn der Server wirklich Probleme macht.“

Wir haben in den vergangenen Monaten mehrere Umgebungen auf Windows Server 2025 gehoben, zuletzt zwei an einem einzigen Wochenende. Deshalb hier die Erfahrung aus der Praxis statt der Angaben von Marketingfolien.

Vier Dienste liefen mit, von denen die Dokumentation nichts wusste

Vor jeder Umstellung sehen wir nach, was auf dem Server tatsächlich läuft, und nicht, was die Dokumentation davon kennt. Auftrag: die Dienste durchgehen, die geplanten Aufgaben, die Schnittstellen zu anderen Programmen und die Werkzeuge, die irgendwann jemand installiert hat. Jeder Eintrag kommt auf die Liste für das Umstellungswochenende. Was dort nicht steht, nehmen wir nicht mit. Soweit die Routine.

Befund: In einem Betrieb, den wir übernommen haben, liefen vier Dienste auf der Maschine, die in keiner Dokumentation standen. Eine Schnittstelle zur Zeiterfassung. Zwei geplante Aufgaben, die nachts Dateien verschoben. Und ein Werkzeug, von dem niemand mehr wusste, wer es installiert hat.

Alle vier hängen an der Maschine, die getauscht werden soll. Folge: Die vier stehen auf der Liste und ziehen am Wochenende mit um. Genau dafür sehen wir vorher nach. Einzeln ist so ein Dienst harmlos. Vier davon entscheiden über die erste Woche nach der Umstellung.

Umgestellt wird ohnehin selten aus Begeisterung. Umgestellt wird, weil die Hardware fällig ist oder weil die Version auf ihr Support-Ende zuläuft. Beides sind Termine, die man kennen kann. Wer sie nicht kennt, bekommt sie zugeteilt.

Kennen Sie das Alter Ihrer Maschine?
Woran Sie den Zustand erkennen

Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.

Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.

01 Müssten Sie erst anrufen, um zu erfahren, wie lange Ihre Serverversion noch Updates bekommt?
02 Steht nirgends, wann Ihr nächster Server fällig wird und was er kosten soll?
03 Warten Sie bis heute auf eine Dokumentation dessen, was auf Ihrem Server läuft?
04 Ist offen, wie Sie bei einer misslungenen Umstellung wieder auf den alten Stand kommen?
05 Wüssten Sie nicht zu sagen, ob Ihre Branchensoftware auf einer neuen Serverversion freigegeben ist?
Woran Sie es im Alltag merken.

Die Angaben, die niemand zur Hand hat

Das Anschaffungsjahr. Es steht in keiner Liste, sondern in einer Rechnung, die im Ordner des Jahres liegt, in dem sie bezahlt wurde. Gesucht wird sie erst, wenn jemand nach dem Alter der Maschine fragt. Bis dahin schätzt man.

Die Dienstliste. Was auf dem Server läuft, weiß im Alltag niemand vollständig. Eingerichtet haben vieles davon Leute, die längst woanders arbeiten, und aufgeschrieben hat es niemand. Bemerkt wird die Lücke erst, wenn einer der Dienste ausfällt.

Und das Support-Datum. Bis wann die Version noch Sicherheitsupdates bekommt, ist keine Zahl, die im Betrieb herumliegt. Nachlesen lässt sie sich beim Hersteller, nachgesehen hat dort seit Jahren niemand. In der Budgetrunde fehlt sie deshalb regelmäßig.

Für Technik-Interessierte Hardware, Hotpatching, Lizenzen

Vier Punkte entscheiden, was der Umstieg wirklich kostet.

Server-Maschinen halten vernünftigerweise fünf bis sieben Jahre. Kommt ohnehin neue Hardware, ist das der natürliche Moment für das aktuelle Betriebssystem.

  • Die Hardware-Voraussetzungen. Die Version verlangt einen 64-Bit-Prozessor mit SLAT, NX/DEP, CMPXCHG16b und POPCNT, für etliche Sicherheitsfunktionen dazu TPM 2.0 und UEFI mit Secure Boot. Die Befehlssätze bringen Prozessoren seit etwa 2012 mit, die Anforderung allein sortiert also wenig aus. Wer die Version auf Hardware der letzten Jahre plant, ist auf der sicheren Seite, sehr alte Maschinen scheiden aus.
  • Hotpatching. Sicherheitsupdates lassen sich im laufenden Betrieb einspielen. Das spart die meisten Neustarts. Für Server außerhalb der Microsoft-Cloud ist das ein kostenpflichtiges Abo und an eine Verwaltungsanbindung geknüpft.
  • Die Lizenzierung. Wie bisher pro Prozessorkern, in den Ausgaben Standard und Datacenter, die sich vor allem in den Virtualisierungsrechten unterscheiden. Dazu kommen Zugriffslizenzen für Benutzer oder Geräte, und die vergessen Anbieter gern.
  • Der Support-Rahmen. Die Version ist Ende 2024 erschienen, und Microsoft versorgt sie rund zehn Jahre mit Sicherheitsupdates. Das Betriebssystem überlebt die Maschine damit deutlich.
Was der Techniker am Montag sagt.
Thomas Stoklasamit KI bearbeitet
„Eine Umstellung ist für mich gelungen, wenn der Rückwegplan in der Schublade bleibt und am Montag niemand merkt, wie lang das Wochenende war.“
Thomas Stoklasa
Senior Operations Engineer
Und wie läuft so ein Wochenende ab?

Und wie wird so etwas geplant?

Wochen davor die Inventur. Sie steht am Anfang, weil alle weiteren Schritte auf ihrem Ergebnis aufbauen: Was zieht mit, was wird ersetzt, was kann abgeschaltet werden. Ohne diese drei Antworten hat der Terminplan keine Grundlage.

Wochen davor auch der Testlauf. Die kritischen Anwendungen prüfen wir vorab auf dem neuen System, allen voran die Branchensoftware, deren Hersteller die Freigabe bestätigt haben muss. Manchmal lautet das Ergebnis: noch nicht, der Hersteller braucht ein Quartal. Das ist eine völlig legitime Entscheidung.

Kurz davor der Rückwegplan. Es steht fest, bis wann am Wochenende die Entscheidung „wir drehen zurück“ fällt und wie der alte Stand binnen Stunden wieder läuft. Gebraucht wird er fast nie, gebraucht wird das ruhige Gefühl, ihn zu haben.

Und am Wochenende die Umstellung. Freitagabend letzte Sicherung, dann der Umzug von Daten und Diensten, Samstag und Sonntag Tests aller Abhängigkeiten, Sonntagabend die Abnahme.

Sitzt die Umstellung, spricht am Montag niemand darüber. Die Mitarbeiter melden sich an wie immer, die Laufwerke sind da, die Branchensoftware startet. Von der neuen Version selbst sieht im Büro niemand etwas, und das ist in Ordnung so.

Wo die Grenze liegt

Das Anschaffungsjahr herauszufinden, beim Softwarehersteller nachzufragen und ein ruhiges Zeitfenster zu suchen, sind Telefonate und ein Blick in alte Rechnungen. Die Umstellung selbst, von der Inventur über den Testlauf bis zum Wochenend-Umzug mit Rückwegplan, gehört in Hände, die das regelmäßig machen. An einem Server hängt zu viel, um daran zu üben.

„Aber er läuft doch“

Der Einwand kommt in fast jeder Budgetrunde, und er ist nicht dumm: Die Maschine tut, was sie soll, warum also Geld ausgeben. Stimmt, solange nichts passiert.

Fällt ein Server aus, statt getauscht zu werden, kauft man, was gerade lieferbar ist, zahlt Expresszuschläge und Wochenendstunden, und der Umzug passiert unter Zeitdruck. Den Firmenwagen tauschen Sie ja auch nicht erst, wenn er auf der Südosttangente stehen bleibt.

Vier Fragen zum Stand Ihrer Maschine.
Zum Weitergeben

Vier Fragen, und was Sie selbst tun können.

Das fragen Sie Das tun Sie
BESTAND
„Zeigen Sie mir unsere Serverversionen samt Support-Ende. Bitte aus dem Inventar, nicht aus dem Gedächtnis.“
Übernehmen Sie die Liste ins eigene Budgetblatt.
KOSTEN
„Was kostet uns dieser Server über fünf Jahre, alles zusammen: Hardware, Lizenzen, Zugriffslizenzen, Wartung? Schwarz auf weiß bitte.“
Teilen Sie die Summe durch sechzig und stellen Sie den Monatsbetrag neben Ihre übrigen Fixkosten.
PLANUNG
„Zeigen Sie mir Ihren Lebenszyklus-Plan: wann welcher Server fällig wird und was das jeweils kostet.“
Reservieren Sie ein ruhiges Zeitfenster im Jahr dafür.
RÜCKWEG
„Legen Sie mir für die Umstellung einen Rückwegplan vor, mit fixem Entscheidungszeitpunkt.“
Halten Sie die Uhrzeit der Umkehrentscheidung vor dem Termin schriftlich fest.

Wer hier ins Schwimmen kommt, hat Ihren Server am Laufen gehalten, mehr nicht.

Wenn keine Antwort kommt

Nach dem Lebenszyklus-Plan gefragt.Und nichts aus dem Inventar bekommen?

Dann kennt niemand die Abhängigkeiten, die am Umstellungswochenende auffallen. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir sagen Ihnen, auf welcher Version Ihre Server laufen und wie lange sie noch Updates bekommen.

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