In einer Kanzlei mit rund 30 Mitarbeitern, die uns konsultiert hat, war schon ein Angebot für einen neuen Server am Tisch. Begründung: das brauchen wir, weil BMD langsam ist. Nun gut, das kann sein, muss es aber nicht. Wir haben uns der Sache angenommen und unterschiedliche Aktionen im BMD gemessen, und zwar genau so, wie die User an diesem Standort wirklich arbeiten, also Realbedingungen.
Ergebnis: Die Datenbank war es nicht. Es war die Anmeldespitze am Terminalserver zwischen acht und neun, verschärft durch zwei über Jahre aufgeblähte Benutzerprofile.
Die Anmeldung hat davor fünf bis acht Minuten gedauert, danach 30 Sekunden. Zwei Stunden Aufräumarbeit später war der Vormittag wieder normal. Ohne unsere Messung wäre der Server wahrscheinlich getauscht worden. Und die Fehlersuche bleibt einem dann auch nicht erspart.
Nachgerechnet mit den unteren Werten: fünf Minuten statt dreißig Sekunden, macht viereinhalb Minuten je Kopf und Morgen. An drei von fünf Tagen sind das je Kopf knapp drei Stunden im Quartal. In Honorar zählt nur, wer verrechnet. Je Einheit aus einem Steuerberater und fünf Buchhaltern, zu 180 und 90 Euro je Stunde, sind das rund 1.800 Euro im Quartal. In dieser Kanzlei steckt die Einheit mehrfach. Das Sekretariat wartet mit, verrechnet aber nichts. Erfasst ist davon nichts, Wartezeit steht in keiner Leistungsaufzeichnung.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Arbeitsspeicher des Servers. Der Datenbestand wächst über die Jahre, der Speicher nicht. Wird er knapp, lagert der Server ständig aus, und alles wird zäh. Von außen sieht das aus wie „BMD hängt“, und die Prozessoranzeige bleibt dabei unauffällig.
Der Speicher unter der Datenbank. Ein Plattensystem, das vor Jahren großzügig dimensioniert war, kann heute der Flaschenhals sein, besonders wenn die Sicherung parallel läuft oder ein Virenscanner mitliest. Speicher altert nicht sichtbar, er wird nur langsam zu langsam.
Das Netz und die Profile. Zwischen Arbeitsplatz und Server liegt ein Netz, das nur so stark ist wie sein schwächstes Glied: ein defektes Kabel, ein überlasteter alter Verteiler, eine dünne Leitung ins Homeoffice. Und am Terminalserver hängt die Anmeldung an den Benutzerprofilen. Wie groß sie geworden sind, steht in keiner Übersicht.
Erst das Zusammenspiel mehrerer Werte, gemessen im Moment der Klage, ergibt eine Diagnose. Vier davon tragen sie.
Wer diese vier Werte nicht nebeneinanderlegen kann, kann den Engpass nicht benennen, sondern nur vermuten.
„Die Datenbank ist fast nie schuld, aber sie zeigt als Erste, wo es klemmt. Wer misst statt rät, tauscht am Ende deutlich seltener Hardware.“
Im Moment der Klage messen wir. Nicht am ruhigen Abend, sondern genau dann, wenn jemand in der Tür steht. Eine laufende Aufzeichnung macht das möglich, weil sie den Moment schon mitgeschrieben hat, bevor jemand gefragt hat.
Danach legen wir die Werte übereinander. Auslastung von Prozessor, Arbeitsspeicher und Platten, Antwortzeiten des Speichers unter Last, Verhalten des Terminalservers bei der Anmeldung. Aus vier Kurven wird eine Aussage.
Dann folgt die Maßnahme aus dem Befund. Arbeitsspeicher aufrüsten statt Server tauschen. Ein Profil aufräumen statt neuer Hardware. Manchmal ist es der große Schritt, aber dann weiß man, warum.
Zuletzt messen wir nach. Eine Maßnahme ohne Kontrollmessung ist eine Behauptung. Erst der Vorher-nachher-Vergleich zeigt, ob die Maßnahme die richtige Stelle getroffen hat.
Uhrzeiten notieren, Muster erkennen, die richtigen Fragen stellen: Das geht ohne uns. Die Messung, die Server, Speicher, Netz und Profile gleichzeitig betrachtet und den Moment der Klage mit den Werten desselben Moments übereinanderlegt, braucht Werkzeug und Erfahrung. Sonst wird wieder geraten, nur diesmal mit Diagrammen.
Der Reflex ist nachvollziehbar. Das Team klagt seit Wochen, ein Angebot liegt vor, und eine Entscheidung fühlt sich besser an als weiteres Zuwarten. Nur ist ein Servertausch keine Diagnose, sondern eine Wette darauf, dass der Server das Problem war.
Bei einer Bilanz, die nicht aufgeht, tauschen Sie ja auch nicht den Kontenplan, sondern suchen die Differenz. Das Suchen dauert länger als das Entscheiden, und es ist der einzige Weg, bei dem Sie hinterher wissen, wofür Sie gezahlt haben.
Kommt statt der Kurve ein Achselzucken, hat bei Ihnen bisher jemand auf Ihre Kosten geraten.
Dann kaufen Sie Hardware gegen ein Symptom. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir sehen uns an, was an Ihren zähen Vormittagen tatsächlich passiert, und sagen Ihnen, an welcher Stelle es bei Ihnen klemmt.
In einer Kanzlei mit rund 30 Mitarbeitern, die uns konsultiert hat, war schon ein Angebot für einen neuen Server am Tisch. Begründung: das brauchen wir, weil BMD langsam ist. Nun gut, das kann sein, muss es aber nicht. Wir haben uns der Sache angenommen und unterschiedliche Aktionen im BMD gemessen, und zwar genau so, wie die User an diesem Standort wirklich arbeiten, also Realbedingungen.
Ergebnis: Die Datenbank war es nicht. Es war die Anmeldespitze am Terminalserver zwischen acht und neun, verschärft durch zwei über Jahre aufgeblähte Benutzerprofile.
Die Anmeldung hat davor fünf bis acht Minuten gedauert, danach 30 Sekunden. Zwei Stunden Aufräumarbeit später war der Vormittag wieder normal. Ohne unsere Messung wäre der Server wahrscheinlich getauscht worden. Und die Fehlersuche bleibt einem dann auch nicht erspart.
Nachgerechnet mit den unteren Werten: fünf Minuten statt dreißig Sekunden, macht viereinhalb Minuten je Kopf und Morgen. An drei von fünf Tagen sind das je Kopf knapp drei Stunden im Quartal. In Honorar zählt nur, wer verrechnet. Je Einheit aus einem Steuerberater und fünf Buchhaltern, zu 180 und 90 Euro je Stunde, sind das rund 1.800 Euro im Quartal. In dieser Kanzlei steckt die Einheit mehrfach. Das Sekretariat wartet mit, verrechnet aber nichts. Erfasst ist davon nichts, Wartezeit steht in keiner Leistungsaufzeichnung.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Arbeitsspeicher des Servers. Der Datenbestand wächst über die Jahre, der Speicher nicht. Wird er knapp, lagert der Server ständig aus, und alles wird zäh. Von außen sieht das aus wie „BMD hängt“, und die Prozessoranzeige bleibt dabei unauffällig.
Der Speicher unter der Datenbank. Ein Plattensystem, das vor Jahren großzügig dimensioniert war, kann heute der Flaschenhals sein, besonders wenn die Sicherung parallel läuft oder ein Virenscanner mitliest. Speicher altert nicht sichtbar, er wird nur langsam zu langsam.
Das Netz und die Profile. Zwischen Arbeitsplatz und Server liegt ein Netz, das nur so stark ist wie sein schwächstes Glied: ein defektes Kabel, ein überlasteter alter Verteiler, eine dünne Leitung ins Homeoffice. Und am Terminalserver hängt die Anmeldung an den Benutzerprofilen. Wie groß sie geworden sind, steht in keiner Übersicht.
Erst das Zusammenspiel mehrerer Werte, gemessen im Moment der Klage, ergibt eine Diagnose. Vier davon tragen sie.
Wer diese vier Werte nicht nebeneinanderlegen kann, kann den Engpass nicht benennen, sondern nur vermuten.
„Die Datenbank ist fast nie schuld, aber sie zeigt als Erste, wo es klemmt. Wer misst statt rät, tauscht am Ende deutlich seltener Hardware.“
Im Moment der Klage messen wir. Nicht am ruhigen Abend, sondern genau dann, wenn jemand in der Tür steht. Eine laufende Aufzeichnung macht das möglich, weil sie den Moment schon mitgeschrieben hat, bevor jemand gefragt hat.
Danach legen wir die Werte übereinander. Auslastung von Prozessor, Arbeitsspeicher und Platten, Antwortzeiten des Speichers unter Last, Verhalten des Terminalservers bei der Anmeldung. Aus vier Kurven wird eine Aussage.
Dann folgt die Maßnahme aus dem Befund. Arbeitsspeicher aufrüsten statt Server tauschen. Ein Profil aufräumen statt neuer Hardware. Manchmal ist es der große Schritt, aber dann weiß man, warum.
Zuletzt messen wir nach. Eine Maßnahme ohne Kontrollmessung ist eine Behauptung. Erst der Vorher-nachher-Vergleich zeigt, ob die Maßnahme die richtige Stelle getroffen hat.
Uhrzeiten notieren, Muster erkennen, die richtigen Fragen stellen: Das geht ohne uns. Die Messung, die Server, Speicher, Netz und Profile gleichzeitig betrachtet und den Moment der Klage mit den Werten desselben Moments übereinanderlegt, braucht Werkzeug und Erfahrung. Sonst wird wieder geraten, nur diesmal mit Diagrammen.
Der Reflex ist nachvollziehbar. Das Team klagt seit Wochen, ein Angebot liegt vor, und eine Entscheidung fühlt sich besser an als weiteres Zuwarten. Nur ist ein Servertausch keine Diagnose, sondern eine Wette darauf, dass der Server das Problem war.
Bei einer Bilanz, die nicht aufgeht, tauschen Sie ja auch nicht den Kontenplan, sondern suchen die Differenz. Das Suchen dauert länger als das Entscheiden, und es ist der einzige Weg, bei dem Sie hinterher wissen, wofür Sie gezahlt haben.
Kommt statt der Kurve ein Achselzucken, hat bei Ihnen bisher jemand auf Ihre Kosten geraten.
Dann kaufen Sie Hardware gegen ein Symptom. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir sehen uns an, was an Ihren zähen Vormittagen tatsächlich passiert, und sagen Ihnen, an welcher Stelle es bei Ihnen klemmt.