In einer Kanzlei, die wir mitten in den Abgabewochen übernommen haben, lag der erste Befund im Wartungsplan. Grund: Der Terminalserver holte seine Updates nach Standardplan, also unter der Woche am Vormittag. Zweimal startete er während der Abschlussläufe neu. Wer gerade in der Buchungsmaske saß, verlor die Sitzung.
Der Neustart selbst dauert zehn Minuten. Was er kostet, ist die Wiederaufnahme: neu anmelden, den Stand suchen, die Buchung noch einmal beginnen. Rechnet man zwanzig Leute und eine halbe Stunde je Neustart zusammen, kosten die zwei Neustarts rund 20 Stunden.
Folge: Was am Vormittag liegen bleibt, rückt an den 30. September heran. Bezahlt wird diese Kanzlei für Genauigkeit. Ein Abschluss, der auf den letzten Tag rutscht, sagt über sie etwas anderes aus als über ihren Terminalserver.
Den Wartungsplan haben wir noch am selben Tag aus den Abgabewochen genommen. Das war die einfache Hälfte. Offen blieb die Frage, ob diese Maschine zwanzig gleichzeitige Sitzungen im September überhaupt trägt. Beantworten konnte uns das in der Kanzlei niemand. Gemessen hat die Kanzlei zuletzt im Sommer, also in den Wochen, in denen der Server halb leer ist. Ausgang: Angeschafft wurde vorerst nichts. Was die Maschine in diesen Wochen wirklich zu tun hat, schreiben wir seitdem mit.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Wartungsplan. Updates, Neustarts und Umstellungen laufen nach einem Zeitplan. In den drei dichtesten Wochen des Jahres haben sie dort nichts verloren, und ob das so eingerichtet ist, kann Ihnen jemand in einem Satz beantworten.
Die Gleichzeitigkeit. Ein großer Auswertungslauf, ein Massendruck, eine Datenübernahme sind einzeln harmlos. Drei davon um zehn Uhr vormittags, und die halbe Kanzlei wartet. Hier lässt sich schon mit Organisation viel gewinnen, denn lastintensive Läufe gehören in die Randzeiten.
Die Aufzeichnung. Gemessen wird meistens dann, wenn Zeit dafür ist, also im Sommer. Damit misst man die ruhigste Woche des Jahres und entscheidet danach über Anschaffungen für die lauteste.
Zwanzig Sitzungen auf einem Terminalserver teilen sich dieselbe Maschine. Vier Stellen entscheiden, ob das in den Abgabewochen trägt.
Was daraus folgt: Spitzenwerte über Wochen aufzeichnen statt punktuell messen, und zwar in den laufenden Abgabewochen. Im Sommer lässt sich die Spitze nicht mehr vermessen.
„Eine Kanzlei-IT beweist sich in den drei Wochen vor der Offenlegungsfrist. Bevor ich über neue Hardware auch nur rede, will ich die Auslastungskurven genau dieser Wochen sehen.“
Im Frühjahr wird entschieden. Die Kurven des letzten Septembers liegen auf dem Tisch, und daraus ergibt sich, ob und wo Sie aufrüsten müssen. Wer erst im August merkt, dass etwas fehlt, ist zu spät dran.
Ab Ende August ist Ruhe im Wartungsplan. Updates und Neustarts wandern aus den Abgabewochen hinaus, die großen Läufe in die Randzeiten. Das kostet nichts und wirkt sofort.
Während der Abgabewochen läuft die Aufzeichnung mit. Die Spitze lässt sich nur vermessen, solange sie da ist. Aus „es fühlt sich langsam an“ wird damit eine belegbare Aussage: In diesen Wochen war der Arbeitsspeicher des Terminalservers durchgehend erschöpft, dort und nur dort müssen Sie investieren.
Im Oktober wird abgerechnet, auch technisch. Der Engpass bekommt eine Zahl aus der eigenen Umgebung, und die nächste Investition stützt sich darauf statt auf einen Prospekt. Das verhindert das Blindflug-Upgrade, bei dem Sie teuer aufrüsten, was gar nicht der Engpass war.
Das Ziel sind Abgabewochen, in denen die IT kein Thema ist: Die Anmeldung dauert am 25. September so lang wie am 25. Juli, Auswertungen laufen, der Druck läuft, niemand startet seine Sitzung dreimal neu.
Die Organisation der Läufe und das Sammeln der Beobachtungen schaffen Sie im Betrieb. Die Messung selbst, ihre Interpretation und die Dimensionierung von Server, Speicher und Arbeitsspeicher gehören in fachkundige Hände. Wer hier nach Gefühl aufrüstet, bezahlt oft das Falsche.
Ein Einwand kommt an dieser Stelle regelmäßig: Ein paar Minuten Wartezeit, damit kann man leben, das ist doch keine Katastrophe. Stimmt, jede einzelne Wartezeit ist harmlos. Nur addiert sie niemand. Eine halbe Stunde fällt an keinem einzelnen Tag auf, und genau deshalb steht sie Ende September auf keiner Auswertung. Was sich sehr wohl bemerkbar macht, ist die Arbeit, die das Team abends nachholt, und der Abgabetermin, der dadurch näher rückt, als er sein müsste.
Eine halbe Stunde je Kopf und Neustart lassen Sie in keiner Leistungsaufzeichnung durchgehen. Bei der Technik geht sie durch, weil sie auf keinem Beleg steht.
Ohne diese Kurven ist der nächste September eine Wette.
Dann steht die nächste Investition weiter auf Bauchgefühl. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir schauen in Ihre Kurven aus den Abgabewochen und benennen den Engpass mit einer Zahl.
In einer Kanzlei, die wir mitten in den Abgabewochen übernommen haben, lag der erste Befund im Wartungsplan. Grund: Der Terminalserver holte seine Updates nach Standardplan, also unter der Woche am Vormittag. Zweimal startete er während der Abschlussläufe neu. Wer gerade in der Buchungsmaske saß, verlor die Sitzung.
Der Neustart selbst dauert zehn Minuten. Was er kostet, ist die Wiederaufnahme: neu anmelden, den Stand suchen, die Buchung noch einmal beginnen. Rechnet man zwanzig Leute und eine halbe Stunde je Neustart zusammen, kosten die zwei Neustarts rund 20 Stunden.
Folge: Was am Vormittag liegen bleibt, rückt an den 30. September heran. Bezahlt wird diese Kanzlei für Genauigkeit. Ein Abschluss, der auf den letzten Tag rutscht, sagt über sie etwas anderes aus als über ihren Terminalserver.
Den Wartungsplan haben wir noch am selben Tag aus den Abgabewochen genommen. Das war die einfache Hälfte. Offen blieb die Frage, ob diese Maschine zwanzig gleichzeitige Sitzungen im September überhaupt trägt. Beantworten konnte uns das in der Kanzlei niemand. Gemessen hat die Kanzlei zuletzt im Sommer, also in den Wochen, in denen der Server halb leer ist. Ausgang: Angeschafft wurde vorerst nichts. Was die Maschine in diesen Wochen wirklich zu tun hat, schreiben wir seitdem mit.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Wartungsplan. Updates, Neustarts und Umstellungen laufen nach einem Zeitplan. In den drei dichtesten Wochen des Jahres haben sie dort nichts verloren, und ob das so eingerichtet ist, kann Ihnen jemand in einem Satz beantworten.
Die Gleichzeitigkeit. Ein großer Auswertungslauf, ein Massendruck, eine Datenübernahme sind einzeln harmlos. Drei davon um zehn Uhr vormittags, und die halbe Kanzlei wartet. Hier lässt sich schon mit Organisation viel gewinnen, denn lastintensive Läufe gehören in die Randzeiten.
Die Aufzeichnung. Gemessen wird meistens dann, wenn Zeit dafür ist, also im Sommer. Damit misst man die ruhigste Woche des Jahres und entscheidet danach über Anschaffungen für die lauteste.
Zwanzig Sitzungen auf einem Terminalserver teilen sich dieselbe Maschine. Vier Stellen entscheiden, ob das in den Abgabewochen trägt.
Was daraus folgt: Spitzenwerte über Wochen aufzeichnen statt punktuell messen, und zwar in den laufenden Abgabewochen. Im Sommer lässt sich die Spitze nicht mehr vermessen.
„Eine Kanzlei-IT beweist sich in den drei Wochen vor der Offenlegungsfrist. Bevor ich über neue Hardware auch nur rede, will ich die Auslastungskurven genau dieser Wochen sehen.“
Im Frühjahr wird entschieden. Die Kurven des letzten Septembers liegen auf dem Tisch, und daraus ergibt sich, ob und wo Sie aufrüsten müssen. Wer erst im August merkt, dass etwas fehlt, ist zu spät dran.
Ab Ende August ist Ruhe im Wartungsplan. Updates und Neustarts wandern aus den Abgabewochen hinaus, die großen Läufe in die Randzeiten. Das kostet nichts und wirkt sofort.
Während der Abgabewochen läuft die Aufzeichnung mit. Die Spitze lässt sich nur vermessen, solange sie da ist. Aus „es fühlt sich langsam an“ wird damit eine belegbare Aussage: In diesen Wochen war der Arbeitsspeicher des Terminalservers durchgehend erschöpft, dort und nur dort müssen Sie investieren.
Im Oktober wird abgerechnet, auch technisch. Der Engpass bekommt eine Zahl aus der eigenen Umgebung, und die nächste Investition stützt sich darauf statt auf einen Prospekt. Das verhindert das Blindflug-Upgrade, bei dem Sie teuer aufrüsten, was gar nicht der Engpass war.
Das Ziel sind Abgabewochen, in denen die IT kein Thema ist: Die Anmeldung dauert am 25. September so lang wie am 25. Juli, Auswertungen laufen, der Druck läuft, niemand startet seine Sitzung dreimal neu.
Die Organisation der Läufe und das Sammeln der Beobachtungen schaffen Sie im Betrieb. Die Messung selbst, ihre Interpretation und die Dimensionierung von Server, Speicher und Arbeitsspeicher gehören in fachkundige Hände. Wer hier nach Gefühl aufrüstet, bezahlt oft das Falsche.
Ein Einwand kommt an dieser Stelle regelmäßig: Ein paar Minuten Wartezeit, damit kann man leben, das ist doch keine Katastrophe. Stimmt, jede einzelne Wartezeit ist harmlos. Nur addiert sie niemand. Eine halbe Stunde fällt an keinem einzelnen Tag auf, und genau deshalb steht sie Ende September auf keiner Auswertung. Was sich sehr wohl bemerkbar macht, ist die Arbeit, die das Team abends nachholt, und der Abgabetermin, der dadurch näher rückt, als er sein müsste.
Eine halbe Stunde je Kopf und Neustart lassen Sie in keiner Leistungsaufzeichnung durchgehen. Bei der Technik geht sie durch, weil sie auf keinem Beleg steht.
Ohne diese Kurven ist der nächste September eine Wette.
Dann steht die nächste Investition weiter auf Bauchgefühl. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir schauen in Ihre Kurven aus den Abgabewochen und benennen den Engpass mit einer Zahl.