Einer unserer Kunden, ein Architekturbüro mit fünfzehn Mitarbeitern, fragt nach einem Angebot über drei neue Workstations. Kostenpunkt: knapp 8.000 Euro. Grund: „ArchiCAD ist so langsam. Der Softwarehersteller meint, wir brauchen schnellere PCs.“ Wir haben uns die Sache angesehen und einige Tests und Messungen durchgeführt. Mit dem großen Projekt offen und in genau den Minuten, in denen die drei davor geflucht haben. Die drei Rechner waren in der Zeit kaum ausgelastet, sie warteten auf das Netz. Interessanterweise waren es die einzigen Rechner im Büro, die in der Zeit langsam waren.
Zwei Dinge laufen in diesem Büro über dieselbe Leitung, und sie werden gern in einen Topf geworfen. Das Modell steckt in einem Teamwork-Projekt auf der BIMcloud: Man tritt dem Projekt bei, danach gehen nur noch Änderungen über „Senden und Empfangen“ hin und her. Alles andere, Planserien, Pläne der Fachplaner, Fotos, Ausschreibung, liegt in der Projektablage auf dem Fileserver. Eine Datei, die man zwei Zimmer weiter zum Vergleich noch einmal aufmacht, gibt es nur dort. Verglichen haben wir deshalb den Fileserver: dieselbe große Datei aus der Projektablage, einmal am hinteren Tisch und einmal am freien Platz vorne. Der Unterschied war eindeutig, und er galt für beides, weil beides denselben Weg nimmt.
Die drei Plätze hingen nämlich nicht am zentralen Verteiler im Serverraum. Bei ihnen stand ein kleiner Switch direkt am Arbeitstisch, aufgestellt vor Jahren, als dort ein neuer Platz notwendig wurde. Das Gerät konnte nicht mehr als 100 Mbit, eingestellt hatte das niemand, mehr gibt es in dieser Bauart nicht. Das übrige Büro lief mit 1 Gbit. Ein Zehntel der Leitung, ausgerechnet für die drei mit dem größten Projekt.
Lösung: den Switch ersetzen, nicht die drei Rechner. Ohne die Messung wären drei Clients gekommen, und die drei User hätten weiter mit Verzögerungen gekämpft.
In der Abgabewoche holt man solche Wartezeit am Abend nach. Was dann trotzdem nicht fertig wird, geht nicht oder qualitativ schlechter hinaus als geplant. Nachbessern muss das Büro selbst, und die Stunden dafür stehen in keinem Honorar. Kleine Ursache, große Wirkung.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Arbeitsspeicher am Arbeitsplatz. Ein großes ArchiCAD-Modell, daneben offene Planserien, Bildbearbeitung, dreißig Browser-Tabs. Reicht der Speicher nicht, beginnt der Rechner zu schieben statt zu rechnen. Das fühlt sich exakt an wie ein zu altes Gerät, kostet aber oft nur eine Aufrüstung.
Die Anbindung des einzelnen Platzes. Zwischen dem Tisch und der Projektablage liegt eine Kette aus Dose, Kabel und Verteiler. Jedes Glied darin kann das langsamste sein, und es bremst dann genau die Plätze dahinter, nicht den ganzen Betrieb. Deshalb fällt diese Bremse nie im Büroschnitt auf, sondern immer nur einzelnen Kollegen.
Die Modellstruktur. Sobald mehrere gleichzeitig am selben Projekt arbeiten, entscheidet mit, wie es geschnitten ist: Module, verknüpfte Zeichnungen, Hotlinks, Bibliothekselemente. Das ist Planungsarbeit und keine Frage der Rechenleistung.
Vier Werte trennen den Rechner von dem Weg, der zu ihm führt. Wir nehmen sie an einem Tag auf, an dem das Team wirklich am Modell arbeitet.
Das Büro im Fall arbeitet in ArchiCAD, gemessen wird aber unabhängig vom Programm. Verbindungsgeschwindigkeit, Belegungsdruck des Arbeitsspeichers und derselbe Vorgang an zwei Plätzen sind dieselben Werte, ob Ihr Team in AutoCAD zeichnet oder in Revit modelliert. Nur die Lastverteilung liest man je Programm anders.
Erst diese vier Werte sagen, ob eine neue Workstation die richtige Antwort ist und wie sie ausgestattet sein muss.
„Bevor wir eine Workstation empfehlen, wollen wir sehen, wo die Minuten wirklich verloren gehen. Erstaunlich oft sitzt der Engpass nicht im Rechner.“
Am Tisch selbst. Was ist offen, wie voll ist der Speicher, wie alt ist die Grafikkarte. Das ist der Punkt, an den alle zuerst denken. Meistens bleibt er auch der einzige, der geprüft wird.
An der Dose daneben. Mit welchem Tempo ist dieser Platz angebunden, und hängt zwischen ihm und der Wand noch ein Gerät? Zusatzverteiler entstehen dort, wo das Büro kurzfristig einen Arbeitsplatz gebraucht hat. Sie stehen in keinem Plan, weil sie nie geplant waren.
Im Verteilerschrank. Welche Plätze hängen direkt am zentralen Verteiler, welche über Umwege. Diese Liste einmal zu erstellen ist eine Stunde Arbeit. Danach lässt sich jede spätere Klage in Minuten einordnen, statt sie zu vermuten.
Am Server und in der Ablage. Erst wenn die drei Stationen davor sauber sind, ist die Ablage selbst dran, samt BIMcloud und ihrem Unterbau. Die Reihenfolge der Messung ist dabei überall dieselbe: im Echtbetrieb aufzeichnen, eingrenzen, eine Rangliste der Engpässe erstellen, nachmessen. Für das Planungsbüro zählt vor allem, dass sie vor dem Bestellschein steht und nicht danach.
Ein Büro, das diese vier Stationen einmal beisammen hat, diskutiert am Montag vor der Abgabe nicht mehr über Geräte, sondern über den Plan. Und wenn dann doch eine Workstation fällig ist, weiß jeder, wofür.
Aufschreiben, wer wann klagt, und nachsehen, ob es an einem Tisch hängt oder im ganzen Büro: Das geht im Büro selbst und kostet nichts. Was die drei Kollegen am hinteren Tisch von den anderen unterscheidet, steht dagegen auf keinem Gerät, sondern in Werten, die jemand auslesen und deuten muss. Genau daran scheitert der Reflexkauf.
Der Druck ist echt. Lieferzeiten sind kein Verhandlungsspielraum, und niemand will vier Wochen vor der nächsten Abgabe auf Geräte warten. Der Termin gehört trotzdem dem Händler und nicht Ihrem Büro.
Eine Ausschreibung geben Sie ja auch nicht hinaus, bevor Sie die Massen ermittelt haben, nur weil der Abgabetermin drückt. Eine halbe Stunde Messung verschiebt keine Lieferung, sie entscheidet nur, was auf dem Bestellschein steht.
Wer ohne Messung empfiehlt, hat Ihnen bisher Geräte verkauft, keine Ursachen behoben.
Dann geben Sie Budget für eine Vermutung frei. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir sehen uns an, wie Ihre Arbeitsplätze an Ablage und BIMcloud angebunden sind und an welcher Stelle die Minuten verloren gehen.
Einer unserer Kunden, ein Architekturbüro mit fünfzehn Mitarbeitern, fragt nach einem Angebot über drei neue Workstations. Kostenpunkt: knapp 8.000 Euro. Grund: „ArchiCAD ist so langsam. Der Softwarehersteller meint, wir brauchen schnellere PCs.“ Wir haben uns die Sache angesehen und einige Tests und Messungen durchgeführt. Mit dem großen Projekt offen und in genau den Minuten, in denen die drei davor geflucht haben. Die drei Rechner waren in der Zeit kaum ausgelastet, sie warteten auf das Netz. Interessanterweise waren es die einzigen Rechner im Büro, die in der Zeit langsam waren.
Zwei Dinge laufen in diesem Büro über dieselbe Leitung, und sie werden gern in einen Topf geworfen. Das Modell steckt in einem Teamwork-Projekt auf der BIMcloud: Man tritt dem Projekt bei, danach gehen nur noch Änderungen über „Senden und Empfangen“ hin und her. Alles andere, Planserien, Pläne der Fachplaner, Fotos, Ausschreibung, liegt in der Projektablage auf dem Fileserver. Eine Datei, die man zwei Zimmer weiter zum Vergleich noch einmal aufmacht, gibt es nur dort. Verglichen haben wir deshalb den Fileserver: dieselbe große Datei aus der Projektablage, einmal am hinteren Tisch und einmal am freien Platz vorne. Der Unterschied war eindeutig, und er galt für beides, weil beides denselben Weg nimmt.
Die drei Plätze hingen nämlich nicht am zentralen Verteiler im Serverraum. Bei ihnen stand ein kleiner Switch direkt am Arbeitstisch, aufgestellt vor Jahren, als dort ein neuer Platz notwendig wurde. Das Gerät konnte nicht mehr als 100 Mbit, eingestellt hatte das niemand, mehr gibt es in dieser Bauart nicht. Das übrige Büro lief mit 1 Gbit. Ein Zehntel der Leitung, ausgerechnet für die drei mit dem größten Projekt.
Lösung: den Switch ersetzen, nicht die drei Rechner. Ohne die Messung wären drei Clients gekommen, und die drei User hätten weiter mit Verzögerungen gekämpft.
In der Abgabewoche holt man solche Wartezeit am Abend nach. Was dann trotzdem nicht fertig wird, geht nicht oder qualitativ schlechter hinaus als geplant. Nachbessern muss das Büro selbst, und die Stunden dafür stehen in keinem Honorar. Kleine Ursache, große Wirkung.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Arbeitsspeicher am Arbeitsplatz. Ein großes ArchiCAD-Modell, daneben offene Planserien, Bildbearbeitung, dreißig Browser-Tabs. Reicht der Speicher nicht, beginnt der Rechner zu schieben statt zu rechnen. Das fühlt sich exakt an wie ein zu altes Gerät, kostet aber oft nur eine Aufrüstung.
Die Anbindung des einzelnen Platzes. Zwischen dem Tisch und der Projektablage liegt eine Kette aus Dose, Kabel und Verteiler. Jedes Glied darin kann das langsamste sein, und es bremst dann genau die Plätze dahinter, nicht den ganzen Betrieb. Deshalb fällt diese Bremse nie im Büroschnitt auf, sondern immer nur einzelnen Kollegen.
Die Modellstruktur. Sobald mehrere gleichzeitig am selben Projekt arbeiten, entscheidet mit, wie es geschnitten ist: Module, verknüpfte Zeichnungen, Hotlinks, Bibliothekselemente. Das ist Planungsarbeit und keine Frage der Rechenleistung.
Vier Werte trennen den Rechner von dem Weg, der zu ihm führt. Wir nehmen sie an einem Tag auf, an dem das Team wirklich am Modell arbeitet.
Das Büro im Fall arbeitet in ArchiCAD, gemessen wird aber unabhängig vom Programm. Verbindungsgeschwindigkeit, Belegungsdruck des Arbeitsspeichers und derselbe Vorgang an zwei Plätzen sind dieselben Werte, ob Ihr Team in AutoCAD zeichnet oder in Revit modelliert. Nur die Lastverteilung liest man je Programm anders.
Erst diese vier Werte sagen, ob eine neue Workstation die richtige Antwort ist und wie sie ausgestattet sein muss.
„Bevor wir eine Workstation empfehlen, wollen wir sehen, wo die Minuten wirklich verloren gehen. Erstaunlich oft sitzt der Engpass nicht im Rechner.“
Am Tisch selbst. Was ist offen, wie voll ist der Speicher, wie alt ist die Grafikkarte. Das ist der Punkt, an den alle zuerst denken. Meistens bleibt er auch der einzige, der geprüft wird.
An der Dose daneben. Mit welchem Tempo ist dieser Platz angebunden, und hängt zwischen ihm und der Wand noch ein Gerät? Zusatzverteiler entstehen dort, wo das Büro kurzfristig einen Arbeitsplatz gebraucht hat. Sie stehen in keinem Plan, weil sie nie geplant waren.
Im Verteilerschrank. Welche Plätze hängen direkt am zentralen Verteiler, welche über Umwege. Diese Liste einmal zu erstellen ist eine Stunde Arbeit. Danach lässt sich jede spätere Klage in Minuten einordnen, statt sie zu vermuten.
Am Server und in der Ablage. Erst wenn die drei Stationen davor sauber sind, ist die Ablage selbst dran, samt BIMcloud und ihrem Unterbau. Die Reihenfolge der Messung ist dabei überall dieselbe: im Echtbetrieb aufzeichnen, eingrenzen, eine Rangliste der Engpässe erstellen, nachmessen. Für das Planungsbüro zählt vor allem, dass sie vor dem Bestellschein steht und nicht danach.
Ein Büro, das diese vier Stationen einmal beisammen hat, diskutiert am Montag vor der Abgabe nicht mehr über Geräte, sondern über den Plan. Und wenn dann doch eine Workstation fällig ist, weiß jeder, wofür.
Aufschreiben, wer wann klagt, und nachsehen, ob es an einem Tisch hängt oder im ganzen Büro: Das geht im Büro selbst und kostet nichts. Was die drei Kollegen am hinteren Tisch von den anderen unterscheidet, steht dagegen auf keinem Gerät, sondern in Werten, die jemand auslesen und deuten muss. Genau daran scheitert der Reflexkauf.
Der Druck ist echt. Lieferzeiten sind kein Verhandlungsspielraum, und niemand will vier Wochen vor der nächsten Abgabe auf Geräte warten. Der Termin gehört trotzdem dem Händler und nicht Ihrem Büro.
Eine Ausschreibung geben Sie ja auch nicht hinaus, bevor Sie die Massen ermittelt haben, nur weil der Abgabetermin drückt. Eine halbe Stunde Messung verschiebt keine Lieferung, sie entscheidet nur, was auf dem Bestellschein steht.
Wer ohne Messung empfiehlt, hat Ihnen bisher Geräte verkauft, keine Ursachen behoben.
Dann geben Sie Budget für eine Vermutung frei. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir sehen uns an, wie Ihre Arbeitsplätze an Ablage und BIMcloud angebunden sind und an welcher Stelle die Minuten verloren gehen.