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Grundlagen

14. Oktober: Windows 10, Office und Exchange ohne Support

14. Oktober 2025 · RATH-iT · ← Zurück zum Blog
HEUTE

Heute ändert sich nichts Sichtbares.Ab heute wird nichts mehr geflickt.

Mit dem 14. Oktober 2025 endet der Support für Windows 10, für Office 2016 und 2019 und für Exchange Server 2016 und 2019. Kein Gerät bleibt heute schwarz, kein Bildschirm zeigt etwas an. Falls Sie heute Früh nichts bemerkt haben: Das ist normal, und genau darüber lohnt es sich zu reden.

3Systeme
Windows, Office und Exchange, ab heute ohne Updates
! Dienstagfrüh, 14. Oktober
07:50 Sachbearbeitung „Der Rechner ist hochgefahren wie immer, Outlook hat die Post geholt.“
08:10 Sekretariat „Am Bildschirm sieht man dem Tag nichts an.“
08:25 Buchhaltung „Läuft unser Mailverkehr ab heute ohne Sicherheitsupdates?“
08:40 Sie „Das lasse ich nachschauen, aufgefallen ist heute ja niemandem etwas.“

Heute ist der Tag, über den seit Monaten geschrieben wird. Wir gehen ihn gerade mit mehreren Betrieben durch, in derselben Reihenfolge.

Die Umstellung ist erledigt, vier Geräte stehen in keiner Liste

24 Arbeitsplätze, alle auf Windows 11: In dem Betrieb, den wir im Sommer übernommen haben, ist die Umstellung sauber abgearbeitet. Das stimmt auch, soweit die Inventarliste reicht. Wir sind trotzdem durch den Betrieb gegangen, Raum für Raum, vom Empfang bis ins Archiv. Gesucht haben wir nach Geräten, die niemand mehr im Kopf hat.

Befund: Wir finden vier Geräte, die in keiner Liste stehen. Den Rechner am Empfang, an dem nur die Besucherverwaltung läuft. Das Notebook im Besprechungszimmer für Präsentationen, einen PC an der Zeiterfassung. Und einen alten Rechner im Archiv, an dem ein Scanner hängt.

Über vier Geräte regt sich niemand auf. Alle vier laufen auf Windows 10, alle vier hängen im selben Netz wie die 24 umgestellten Arbeitsplätze. Ursache: In der Inventarliste steht keines davon. Was nicht auf der Liste steht, stellt auch niemand mit um. Ab dem Stichtag hätten die vier keine Sicherheitsupdates mehr bekommen. Aufgefallen wäre das niemandem.

Ausgang: Zwei der vier haben wir getauscht. Die anderen zwei haben wir außer Betrieb genommen, weil sie eigentlich niemand mehr gebraucht hat. Eine Inventur findet also nicht nur Altlasten, sondern auch Geräte, die niemand vermisst.

Was könnten Sie heute sicher sagen?
Woran Sie den Zustand erkennen

Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.

Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.

01 Können Sie nicht sicher sagen, ob bei Ihnen noch PCs mit Windows 10 laufen?
02 Mussten Sie den heutigen Stichtag selbst ansprechen, statt darauf hingewiesen zu werden?
03 Wüssten Sie ohne Nachfrage nicht, welche Office-Version auf den Rechnern Ihres Teams installiert ist?
04 Ist offen, ob Ihr Mailverkehr ab heute ohne Sicherheitsupdates läuft?
05 Gibt es keinen Weg, auf dem ein vergessenes Altgerät bei Ihnen auffallen würde?
Woran Sie es im Alltag merken.

Was zuerst an die Reihe gehört

Ganz oben, was aus dem Internet erreichbar ist. Das betrifft vor allem alte Exchange-Server. Ein Mailserver muss von außen ansprechbar sein, sonst kommen keine E-Mails an. Angreifer können ihn direkt attackieren, ohne dass im Büro jemand etwas anklicken muss.

Warum das mehr als eine Technikfrage ist. Über den Mailserver läuft Ihre Korrespondenz mit Kunden. Übernimmt ihn jemand, geht es hinterher nicht um den Server, sondern darum, wem Sie was sagen müssen, ob eine Meldung fällig wird und was Ihre Versicherung an Nachweisen verlangt.

Eine Stufe darunter die Arbeitsplätze. Windows-10-Rechner hängen hinter der Firewall und sind von außen nicht direkt erreichbar. Ihr Risiko kommt über den Alltag herein, über eine präparierte Website oder einen infizierten Anhang. Aus demselben Grund gehören Office 2016 und 2019 mit auf die Liste.

Für Technik-Interessierte Angriffsfläche nach Erreichbarkeit

Warum die Reihung nach Erreichbarkeit so klar ausfällt, zeigt der Blick auf die Angreiferseite.

Diese vier Punkte erklären, warum Sie einen alten Mailserver anders behandeln müssen als einen alten Bürorechner.

  • Flächige Suche statt gezielter Auswahl. Automatisierte Scans durchkämmen den Adressraum des Internets laufend nach Diensten und Versionsständen. Sie finden nicht, wer interessant ist, sondern wer erreichbar ist.
  • Das Zeitfenster nach einer Meldung. Angreifer probieren eine neue Schwachstelle binnen Stunden gegen alles Gefundene. Zwischen Bekanntwerden und Angriffsversuch liegt kein Monat, in dem man in Ruhe plant.
  • Der Wegweiser aus dem Update. Erscheint für unterstützte Versionen ein Sicherheitsupdate, leiten Angreifer aus dem Vergleich von altem und neuem Stand ab, welche Lücke es schließt. Für die abgekündigte Version bleibt dieselbe Lücke offen, nun mit öffentlich bekanntem Hinweis darauf.
  • Die Firewall als Unterschied. Arbeitsplätze dahinter trifft das nur indirekt, über Anhänge und Websites. Deshalb zuerst der Server, dann die Fläche.
Wie sich dieser Dienstag anfühlt.
Mari Nicamit KI bearbeitet
„Der 14. Oktober fühlt sich an wie jeder andere Dienstag, und das ist das Problem. Was heute den Support verliert, sieht man keinem Anmeldebildschirm an.“
Mari Nica
Junior Support Engineer
Und was kommt nach dem Server?

Und danach die Arbeitsplätze im Büro

Diese Woche: die Liste. Welche Systeme laufen ab heute ohne Support? Aus dem Inventar, nicht aus dem Gedächtnis. Ohne diese Liste hat die Reihenfolge keine Grundlage.

Diese Woche: der Rundgang. Besprechungszimmer, Empfang, Zeiterfassung, Archiv. Der vergessene Rechner ist ein Klassiker, wir finden bei solchen Kontrollen fast immer einen.

In den nächsten Wochen: die Fläche. Zuerst Notebooks und Arbeitsplätze mit viel Mailverkehr, dann der Rest. Realistisch ist das eine Aufgabe für Wochen. Entscheidend ist, dass sie ab heute eine Reihenfolge und einen Verantwortlichen hat.

Parallel dazu: die Office-Pakete. Word und Excel aus den Paketen 2016 und 2019 öffnen sich morgen wie gestern und bekommen trotzdem keine Korrekturen mehr. Der Umstieg hängt hier nicht am Gerät, sondern an der Lizenz, und er lässt sich unabhängig vom Gerätetausch erledigen.

Wo die Grenze liegt

Die Liste, die Reihung und der Rundgang durch die vergessenen Ecken sind ohne fremde Hilfe machbar, am besten noch diese Woche. Die Mailserver-Migration und der Lizenzwechsel bei Office gehören in professionelle Hände.

„Es ist ja nichts passiert“

Genau das ist der ehrlichste Einwand an diesem Tag, und er stimmt: Heute Früh war alles wie immer, und morgen wird es das auch sein.

Eine abgelaufene Versicherung merkt man allerdings ebenso wenig am Tag danach. Man merkt sie am Tag des Schadens, und dann interessiert niemanden mehr, wie lange vorher alles gutgegangen ist. Der Unterschied zwischen heute und in vier Monaten ist nicht spürbar, aber messbar.

Vier Fragen noch für diese Woche.
Zum Weitergeben

Vier Fragen, und was Sie selbst tun können.

Das fragen Sie Das tun Sie
BESTANDSLISTE
„Schicken Sie mir heute die Liste unserer Systeme ohne Support. Aus dem Inventar, nicht aus dem Gedächtnis.“
Legen Sie die Liste mit dem Eingangsdatum ab und haken Sie ab, was davon erledigt ist.
MAILSERVER
„Was ist Ihr Plan für unseren Mailserver, und bis wann soll er umgesetzt sein?“
Vereinbaren Sie ein Enddatum und lassen Sie es sich schriftlich geben.
OFFICE
„Welche Office-Version läuft auf welchem Rechner, und welche davon bekommt ab heute keine Updates mehr?“
Lassen Sie sich die Aufstellung je Arbeitsplatz geben und legen Sie einen Termin für den Lizenzwechsel fest.
VERGESSENE ECKEN
„Woher wüssten Sie von einem vergessenen Windows-10-Gerät bei uns? Zeigen Sie mir, wie das gemeldet wird.“
Gehen Sie selbst durch Besprechungszimmer, Empfang, Zeiterfassung und Archiv.

Müssen Sie diese Antworten erst zusammensuchen, hat jemand Ihre IT bis heute verwaltet, betreut sieht anders aus.

Wenn keine Antwort kommt

Heute nach der Liste gefragt.Und bis jetzt nichts bekommen?

Dann wissen Sie am ersten Tag ohne Updates nicht, was betroffen ist. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir verschaffen Ihnen den Überblick und sagen Ihnen, was in welcher Reihenfolge drankommt.

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