RATH-iT
Foto: © Redtenbacher · mit KI bearbeitet
Grundlagen

Exchange Server 2016 und 2019: Support-Ende am 14. Oktober 2025

10. Juni 2025 · RATH-iT · ← Zurück zum Blog
DAS ABLAUFDATUM

Der Mailserver läuft am 15. Oktober weiter.Geschlossen wird ab dann keine Lücke mehr.

In vielen Betrieben steht ein Gerät, über das der gesamte E-Mail-Verkehr läuft, ohne dass die Geschäftsführung es je bewusst wahrgenommen hat. Es heißt Exchange. Für dieses Gerät steht ein Termin fest, der sich nicht verschiebt: Am 14. Oktober 2025 endet der Support für Exchange Server 2016 und 2019.

4Monate Vorlauf
bleiben bis zum 14. Oktober
! Was beim Mittagessen gesagt wird
12:20 Kollege „Wir haben die Postfächer im Mai übersiedelt. Wegen Oktober.“
12:25 Kollege „Bei euch läuft die Post noch über ein Gerät im Betrieb?“
12:40 Sie „Wo unsere Mails liegen, könnte ich gar nicht sagen.“
13:30 Sie „Ich frage den Betreuer, sobald der Sommer ruhiger ist.“

Wir haben diese Frage seit dem Frühjahr in mehreren Betrieben auf dem Tisch. Es bleiben rund vier Monate.

Migriert war längst, abgeschaltet hat den alten Server niemand

Die Migration zu Microsoft 365 hat der Vorbetreuer längst erledigt, den alten Server aber nie vom Netz genommen. Gefunden haben wir das Gerät beim Netzwerkscan, kurz nachdem wir den Betrieb übernommen haben. Auf der Rechnung des Vorbetreuers stand es nicht, in der Dokumentation auch nicht. So ein Scan zeigt uns, welche Geräte im Netz antworten, nicht welche auf einer Rechnung stehen.

Befund: Exchange 2016, das letzte Sicherheitsupdate zwei Jahre alt. Die Postfächer lagen zu diesem Zeitpunkt längst in der Cloud. Gebraucht hat es niemand mehr. Aus dem Internet erreichbar war es weiterhin, so wie der Vorbetreuer es für einen Mailserver eingerichtet hat.

Ein vergessenes Gerät im Serverschrank klingt harmlos. Das Problem: Ein Mailserver muss aus dem Internet erreichbar sein, rund um die Uhr, für jedermann. Diese Erreichbarkeit war geblieben, der Grund dafür war weg. Angreifer suchen automatisiert nach genau solchen Servern. Sie suchen dabei nicht den Betrieb, sondern die Version.

Lösung: Wir haben das Gerät nach der Übernahme abgebaut, nicht nur abgeschaltet. Folgenlos ist die Sache geblieben, so viel lässt sich sagen. Zwei Jahre lang war das riskanteste Gerät im Betrieb eines, das niemand mehr brauchte. Nicht der Angriff ist an diesem Fall das Bemerkenswerte, sondern das Vergessen.

Wissen Sie, wo Ihre Mails liegen?
Woran Sie den Zustand erkennen

Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.

Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.

01 Wissen Sie nicht sicher, ob bei Ihnen ein eigener Mailserver steht?
02 Müssen Sie für die Exchange-Version erst Ihren Betreuer anrufen?
03 Zahlen Sie monatlich IT-Betreuung und hören von diesem Stichtag hier zum ersten Mal?
04 Fehlt eine Liste, welche Geräte und Programme bei Ihnen Mails versenden?
05 Ist offen, wann Ihre Postfächer zuletzt gesichert wurden?
Woran Sie es im Alltag merken.

Der Serverschrank, das eigene Outlook, der Scanner im Gang

Der Serverschrank. Er steht meist im selben Raum wie die Telefonanlage, oft seit dem letzten Umbau, und ein Gerät, das Mails annimmt, sieht darin aus wie jedes andere. Wer einmal hineinschaut, weiß danach, wie viele Geräte im Betrieb laufen. Welches davon die Post annimmt, steht auf keinem Aufkleber.

Das eigene Outlook. In den Kontoeinstellungen steht, mit welchem Server das Programm verbunden ist. Der Name dort sagt einem Techniker in zwei Sekunden, ob die Post über ein Gerät im Betrieb läuft oder über ein Rechenzentrum. Fragen kann man das von jedem Arbeitsplatz aus.

Der Scanner im Gang. Er verschickt Dokumente per Mail, genauso wie die Fachanwendung, das Zeiterfassungsterminal und das Portal, über das die Kunden Unterlagen hochladen. Jedes dieser Geräte trägt eine Serveradresse in seinen Einstellungen. Die Summe dieser Adressen ist die Liste, die in den meisten Betrieben nicht existiert.

Für Technik-Interessierte Was bei einer Migration technisch passiert

Der Kern einer Mail-Migration ist unspektakulärer, als viele fürchten. Vier Bausteine machen sie aus.

Die Migration selbst ist also planbar. Was sie riskant macht, ist ausschließlich fehlender Vorlauf.

  • Die Synchronisierung im Hintergrund. Die Postfachinhalte wandern über Tage in die neue Umgebung, während der alte Server normal weiterarbeitet. Die Anwender merken davon nichts, und genau deshalb braucht dieser Teil Vorlauf statt Nachtarbeit.
  • Der MX-Eintrag. Der eigentliche Umstieg ist ein kurzer, geplanter Schwenk: Der MX-Eintrag, der fremden Mailservern sagt, wohin sie Post für Ihre Domain zustellen, zeigt ab diesem Moment auf das neue System.
  • Autodiscover. Outlook und die Handys finden den neuen Server von selbst: dafür sorgt ein Mechanismus namens Autodiscover. Wo er falsch eingerichtet ist, klingelt am Umstellungstag das Telefon.
  • Die Nebendarsteller. Scanner, Drucker und Fachanwendungen versenden intern Mails und brauchen einen eigenen Übergabepunkt. Dazu alte Archivdateien, die wir separat übernehmen. Wer diese Liste vorher erhebt, erlebt keine Überraschungen.
Wie eine gelungene Migration aussieht.
Thomas Stoklasamit KI bearbeitet
„Eine gelungene Mail-Migration erkennt man daran, dass sie niemandem auffällt. Dafür braucht sie Vorlauf, und der wird bis zum 14. Oktober jeden Monat knapper.“
Thomas Stoklasa
Senior Operations Engineer
Und wie geht sich das bis Oktober aus?

Vom Juni bis zum Umstellungswochenende

Im Juni. Am Anfang steht eine Erhebung, keine Entscheidung: welche Version läuft, wann sie zuletzt ein Update gesehen hat, wer außer den Postfächern noch Mails verschickt, wo alte Archivdateien liegen. Das ist eine Liste auf einer Seite. Wohin die Postfächer am Ende wandern, ist eine Frage für sich, und sie lässt sich erst beantworten, wenn diese Liste am Tisch liegt.

Über den Sommer. Die Vorbereitung läuft neben dem Tagesgeschäft: Wir zählen und räumen die Postfächer, bereinigen Verteiler und alte Adressen, und jedes Gerät, das selbst Mails verschickt, bekommt seinen neuen Übergabepunkt. Nichts davon eilt, solange es im Sommer passiert, und nichts davon merkt jemand im Betrieb.

Am Umstellungswochenende. Der eigentliche Schwenk dauert Stunden, nicht Tage, und wir legen ihn auf ein Wochenende, weil dann niemand Post erwartet. Am Montag um acht zeigt sich, ob wir vorher sauber gearbeitet haben: Entweder jeder Arbeitsplatz und jedes Handy meldet sich von selbst am neuen System an, oder es wird ein langer Montag.

In den Wochen danach. Den alten Server bauen wir ab, statt ihn nur abzuschalten. Zertifikate, Freigaben in der Firewall und Einträge im Verzeichnisdienst nehmen wir zurück, sonst bleibt ein Gerät im Netz stehen, für das sich niemand mehr zuständig fühlt. Diesen Schritt vergisst der Betreuer regelmäßig.

So gesehen ist das kein Projekt, das den Betrieb monatelang beschäftigt. Es sind vier Etappen, und die erste davon ist eine Liste.

Wo die Grenze liegt

Version klären und die Bestandsliste anlegen geht mit Bordmitteln und einem Anruf. Das ist Ihre Seite, und dafür brauchen Sie niemanden. Der Schwenk am Wochenende und der Abbau danach brauchen Werkzeug und Erfahrung: Was dabei falsch läuft, kostet Mailverkehr, und das merkt man erst, wenn jemand nachfragt, warum keine Antwort kam.

„Bis Oktober ist noch Zeit“

Das stimmt sogar. Vier Monate sind für eine Mail-Migration kein knapper Rahmen, sondern ein guter. Nur gilt der Stichtag für alle gleichzeitig, und die Kalender der Beteiligten füllen sich in derselben Reihenfolge, in der die Betriebe entscheiden.

Wer im September einen Handwerker für Oktober sucht, bekommt nicht den passenden Termin, sondern den, der übrig ist. Wer im Juni entscheidet, migriert in Ruhe über den Sommer.

Diese vier Fragen klären den Vorlauf.
Zum Weitergeben

Vier Fragen, und was Sie selbst tun können.

Das fragen Sie Das tun Sie
DOKUMENTATION
„Zeigen Sie mir unsere Systemdokumentation: Exchange-Version, Update-Stand, letztes Update mit Datum.“
Schreiben Sie Version und Update-Datum mit und legen Sie beides zum Migrationsplan.
ZEITPLAN
„Legen Sie mir Ihren Migrationsplan bis zum 14. Oktober vor. Bitte mit Terminen.“
Übertragen Sie die Termine in Ihren eigenen Kalender.
INVENTAR
„Welche Geräte und Programme versenden bei uns Mails? Bitte aus dem Inventar, nicht aus dem Gedächtnis.“
Lesen Sie die Liste selbst gegen: Scanner, Drucker, Branchensoftware, Portale.
SICHERUNG
„Zeigen Sie mir das Protokoll der letzten Postfach-Sicherung, mit Datum und Ergebnis.“
Fordern Sie das Protokoll als Datei an und legen Sie es im Betrieb ab.

Kommt hier Schweigen oder ein Ausweichen, hat Ihr Betreuer den Mailserver bisher nur laufen lassen, nicht betreut.

Wenn keine Antwort kommt

Nach dem Plan gefragt.Und „nach dem Sommer“ gehört?

Dann steht der Oktober im Kalender und Ihr Vorlauf nicht. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir sagen Ihnen, welche Version bei Ihnen läuft, was im Betrieb sonst noch Mails versendet und wie viele Wochen bis zur Umstellung realistisch übrig sind.

kostenlos & unverbindlich
Max Hacklmit KI bearbeitet
Ihr Ansprechpartner
Max Hackl
Geschäftsführer
Weiterlesen
Alle Beiträge →