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Grundlagen

Exchange Subscription Edition oder Microsoft 365: die Wegentscheidung

8. Juli 2025 · RATH-iT · ← Zurück zum Blog
DIE WEGGABEL

Auf dem Angebot stand eine Zeile.Der Rest steht auf anderen Rechnungen.

Exchange, also der Server, über den Ihre E-Mails laufen, gibt es weiter, aber nur noch im Abo. Die Version von 2019 verliert am 14. Oktober 2025 den Support, neu beschaffen lässt sie sich nicht mehr. Damit stehen zwei laufende Posten nebeneinander: Subscription Edition oder Microsoft 365.

5Jahre
so weit muss die Gegenüberstellung reichen
! Ein Dienstag im Juli
08:15 Sekretariat „In zwei Newslettern steht dieselbe Meldung zu Exchange.“
10:40 Kollege „Wir stellen im August um. Und ihr?“
11:05 Buchhaltung „Aus der Anschaffung wird dann ein laufender Posten?“
16:00 Sie „Cloud oder eigener Server, das entscheiden wir im Herbst.“

Microsoft hat die Exchange Server Subscription Edition veröffentlicht, den lange angekündigten Nachfolger für alle, die ihren Mailserver selbst betreiben wollen. Seit der Veröffentlichung haben wir die Frage mehrfach am Telefon gehabt.

Zwei Zahlen am Tisch, die nicht dasselbe messen

Ein Betrieb mit zwanzig Benutzern ruft uns im Juli an. Am Tisch liegen zwei Abopreise: der für die Subscription Edition im eigenen Serverraum und der für Microsoft 365. Gegenübergestellt hat sie der bisherige Betreuer. Aus der Buchhaltung kommt die Frage, ob daraus jetzt ein jährlicher Posten wird. Nebeneinanderlegen kann man die beiden Zahlen schon.

Der Haken: Auf der Serverseite ist der Abopreis nur eine Zeile. Hardware, deren Nachfolger, Wartung, Absicherung und Betreuung kommen dazu. Auf dem Angebot stehen sie nicht. Auf der Cloudseite steckt all das im Preis je Postfach. Angesetzt haben wir deshalb einen Horizont von fünf Jahren.

Ergebnis: Lizenzseitig ist der eigene Server klar günstiger. Nur ist die Lizenz genau die Zeile, die auf beiden Seiten steht. Für Hardware, Nachfolgehardware, Wartung, Absicherung und Betreuung hatte der Betrieb keine belastbaren Zahlen. Geschätzt haben wir sie nicht.

Entschieden hat am Ende also nicht die Rechnung. Ausschlaggebend war, wie oft dort die Zahl der Postfächer wechselt und wie viel an Teams, Kalendern und der gemeinsamen Ablage hängt. Dieser Betrieb ist in die Cloud gegangen. Wer diese Aufstellung gar nicht erst bekommt, entscheidet über fünf Jahre Hardware, Betreuungsvertrag und Arbeitsweise, ohne je gesehen zu haben, welche Posten auf welcher Seite stehen.

Steht die Frage bei Ihnen offen?
Woran Sie den Zustand erkennen

Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.

Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.

01 Ist Ihnen unklar, ob bei Ihnen ein kurzes Upgrade genügt oder ein kompletter Serverumzug ansteht?
02 Müssten Sie raten, wie lange Ihr Mailverkehr bei einer Umstellung stillsteht?
03 Liegt die Entscheidung Cloud oder eigener Server bei Ihnen seit Monaten auf „irgendwann“?
04 Kennt genau eine Person die Konfiguration Ihres Mailservers?
05 Fehlt Ihnen eine Gegenüberstellung, was eigener Mailserver und Cloud pro Jahr kosten?
Woran Sie es im Alltag merken.

Wo die offene Entscheidung im Alltag sichtbar wird

Die Versionsnummer. Sie steht in der Verwaltungskonsole des Servers, auf einem Bildschirm, den im Betrieb selten jemand sieht. Ob ein Upgrade auf derselben Maschine genügt oder ein Umzug ansteht, hängt an dieser einen Zahl. Im Kopf hat sie kaum jemand.

Das neue Postfach. Wenn jemand anfängt, entsteht es entweder als Handgriff am eigenen Server oder als zusätzliche Zeile auf der Monatsrechnung. Wie oft das im Jahr vorkommt, steht in keiner IT-Unterlage, sondern im Personalordner.

Und die Betreuungsrechnung. Der Abopreis ist dort eine Zeile mit einem Namen. Hardware, Wartung, Absicherung und die Stunden für den Mailserver verteilen sich über andere Zeilen und über Jahre. Was der eigene Weg im Monat wirklich kostet, steht auf keiner dieser Rechnungen.

Für Technik-Interessierte In-Place statt Neubau

Die Subscription Edition ist technisch kein Neubau, sondern die direkte Fortführung von Exchange 2019. Daraus folgen vier Dinge.

Der technische Weg entscheidet also mit über die Kosten, und er hängt an der Version, die heute bei Ihnen läuft.

  • Der Weg von Exchange 2019. Microsoft sieht den Wechsel als In-Place-Upgrade vor, auf derselben Maschine, ohne neue Serverlandschaft und ohne Postfachumzug. Das ist der kurze Weg, und er hat eine Voraussetzung: Der Server muss auf dem kumulativen Update CU14 oder CU15 stehen. Genau deshalb fragen Sie oben nach der Versionsnummer. Steht dort CU12, liegt vor dem Upgrade noch ein Update, und das ist ein eigener Termin.
  • Der Weg von Exchange 2016. Dort geht das nicht, der Weg führt über eine klassische Migration auf neue Systeme, mit allem, was zu einer Koexistenzphase gehört: Namespaces, Zertifikate, Mailfluss in beide Richtungen. Wer heute auf 2016 ist, hat das größere Projekt vor sich.
  • Das neue Update-Modell. Keine Major-Versionen mehr, sondern laufende kumulative Updates, die eine aufrechte Subskription und aktuelle Stände voraussetzen. Wer ein Update auslässt, fällt aus dem Support.
  • Die Fünfjahresrechnung. Der Abopreis ist nur eine Zeile, und er steht auf beiden Seiten. Beim eigenen Server kommen Hardware, ihr Nachfolger, Wartung, Absicherung und Betreuung dazu. Wer nur die beiden Abopreise nebeneinanderlegt, vergleicht einen Vollpreis mit einem Teilpreis.
Woran unser Techniker Systeme misst.
Thomas Stoklasamit KI bearbeitet
„Ich habe keine Präferenz zwischen eigenem Server und Cloud. Ich habe eine Präferenz für Systeme, die am 15. Oktober noch Sicherheitsupdates bekommen.“
Thomas Stoklasa
Senior Operations Engineer
Und was spricht für die Cloud?

Wann Microsoft 365 besser passt

Für kleine Betriebe ohne eigene Serverlandschaft. Die Kanzlei mit acht Mitarbeitern, das Planungsbüro, die Hausverwaltung: Hier ist der Umzug zu Exchange Online der naheliegendere Weg. Im Betrieb steht ein Server weniger, der ausfallen oder veralten kann und den Hacker angreifen können.

Wenn der Rahmen ohnehin da ist. Viele nutzen längst Microsoft-365-Programme und haben die passende Lizenz für die Postfächer bereits im Abo. Dann wird aus dem Umstieg eine Migration statt einer Anschaffung.

Als Faustregel. Je kleiner der Betrieb und je weniger eigene Server, desto klarer spricht alles für die Cloud. Je mehr Vorgaben und Verzahnung mit lokalen Systemen, desto eher lohnt der Blick auf die Subscription Edition. Und wenn die Rechnung wie im Fall oben nicht eindeutig ausgeht, entscheiden zwei andere Fragen: Wie oft ändert sich bei Ihnen die Zahl der Postfächer, und wie viel hängt an Teams, Kalendern und der gemeinsamen Ablage?

Zeitlich. Welchen Weg Sie auch wählen, über den Sommer geht sich das in Ruhe aus. Ab September wird es eng, weil der Stichtag für alle gleichzeitig gilt.

Wo die Grenze liegt

Die Grundsatzentscheidung ist Ihre, denn Sie kennen Vorgaben, Budget und Arbeitsweise Ihres Betriebs. Die Migration selbst gehört in erfahrene Hände, egal in welche Richtung, weil Postfächer, Mailfluss und Anbindungen gleichzeitig umziehen und ein Fehler sofort alle betrifft.

„Ein Abo ist auf Dauer teurer“

Das ist der häufigste Einwand, und er ist nachvollziehbar: Eine Lizenz war bezahlt und gehörte einem, ein Abo läuft weiter. Nur steht diese Wahl nicht mehr offen. Beide Wege kosten ab jetzt laufend, die Frage ist nur, wofür.

Beim Firmenwagen vergleicht man zwei Angebote auch nicht am Monatsbetrag allein. Im einen ist der Service drin, beim anderen zahlen Sie Reifen, Pickerl und Werkstatt dazu. Beim eigenen Server heißen diese Posten Hardware, Wartung und Absicherung. Manchmal gewinnt der eigene Server, manchmal die Cloud. Ohne beide Rechnungen ist es eine Vermutung.

Vier Fragen vor der Grundsatzentscheidung.
Zum Weitergeben

Vier Fragen, und was Sie selbst tun können.

Das fragen Sie Das tun Sie
AUSGANGSLAGE
„Läuft bei uns Exchange 2016 oder 2019, und was folgt daraus: Upgrade auf derselben Maschine oder Umzug auf neue Systeme?“
Lassen Sie sich die Versionsnummer am Bildschirm zeigen, nicht die Einschätzung, und notieren Sie daneben, welcher der beiden Wege daraus folgt.
PLAN
„Legen Sie mir Ihren schriftlichen Plan bis zum 14. Oktober vor. Bitte noch diese Woche.“
Vereinbaren Sie einen Rückgabetermin und tragen Sie ihn im Kalender ein.
AUSFALLZEIT
„Wie lange steht unser Mailverkehr bei der Migration? Bitte eine belastbare Zahl.“
Prüfen Sie die Zahl im Bürokalender gegen Ihre Termine.
KOSTEN
„Was kostet jeder der beiden Wege über fünf Jahre? Bitte beide Rechnungen nebeneinander, mit Abo, Hardware, Wartung und Betreuung.“
Legen Sie beide Aufstellungen der Buchhaltung vor, bevor Sie entscheiden.

Ein Betreuer, der diesen Plan erst nachreichen muss, hat Ihr Mailsystem bisher verwaltet, nicht verantwortet.

Wenn keine Antwort kommt

Nach zwei Rechnungen gefragt.Und eine Schätzung bekommen?

Dann entscheiden Sie über fünf Jahre mit den Zahlen von einem. Reden wir eine halbe Stunde darüber. Wir sortieren Ihre Ausgangslage und sagen Ihnen, welcher der beiden Wege bei Ihnen der kürzere und welcher der günstigere ist.

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