In einem Planungsbüro mit fünfundzwanzig Mitarbeitern haben wir nachgemessen, wo die Viertelstunde beim Öffnen der zentralen Projektdatei hingeht. Gearbeitet wird dort in ArchiCAD, und zwar dateibasiert: Die .pln liegt auf dem Server, und wer dran ist, öffnet sie von dort. Ein Teamwork-Projekt auf einer BIMcloud gibt es nicht. Der Verdacht liegt in so einem Fall fast immer bei der Software oder in der Planungsdatei selbst. Angesehen haben wir uns deshalb zuerst den Weg zwischen Arbeitsplatz und Server.
Befund: In der Software lag es nicht. Der Weg zum Server lief über eine gewöhnliche 1-Gigabit-Verbindung. Gemessen haben wir an mehreren Plätzen, und jeder war gleich schnell. Auf derselben Leitung läuft das lokale Backup. Beides fällt normalerweise nicht auf, aber in diesen Tagen ist das Backup nicht über Nacht fertiggeworden und am Vormittag weitergelaufen.
Die lokale Kopie war unter Termindruck die einzige Möglichkeit, arbeitsfähig zu bleiben. Genau daran hängt der Rest: Wer dateibasiert arbeitet, hat nichts, was zwei Stände wieder zusammenführt. In einem Teamwork-Projekt wäre die Kopie am Arbeitsplatz der vorgesehene Weg und das Zusammenführen die Aufgabe der Software. Hier war sie ein zweites Projekt.
Folge: Vor der Abgabe musste jemand die beiden Stände Blatt für Blatt gegeneinanderhalten und zu jeder Änderung entscheiden, welche gilt. Der Ziviltechniker unterschreibt und stempelt die Einreichung persönlich, ungesehen läuft da nichts durch. Gekostet hat der Dienstagabend deshalb nicht die Einreichung, sondern die Tage davor, und die waren ohnehin knapp.
Welcher der beiden Stände zu diesem Zeitpunkt der gültige war, konnte niemand mehr sagen. Die zweite Fassung lag außerhalb jeder Sicherung. Zwei Stände, ein Projekt. Eine lokale Kopie ist schnell angelegt, zusammengeführt wird sie nicht von selbst.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Datenweg, nicht die Software. Die Software bekommt die Schuld, weil sie das Fenster ist, in das man schaut. Verloren geht die Zeit zwischen Arbeitsplatz und Server: bei der Ablage, bei der Verkabelung, bei einem einzelnen alten Gerät, das ein ganzes Büro ausbremst.
Die fehlende Zahl. Fragen Sie im Büro, wie lange das Modell heute zum Öffnen braucht, bekommen Sie Schätzungen zwischen zwei und zwanzig Minuten. Wo niemand misst, rät das Büro beim nächsten Gerätekauf, und es rät meistens am Engpass vorbei.
Die Rücksicherung, die nie geprobt wurde. Ein Modell lässt sich versehentlich überschreiben, das passiert in jedem Büro. Ob der gestrige Stand dann in Minuten oder erst am nächsten Tag zurückkommt, weiß man vorher nur, wenn es jemand einmal ausprobiert hat.
Beim Arbeiten am zentralen Modell addieren sich vier Faktoren. Der Engpass sitzt fast nie in der Software.
Keiner der vier Punkte lässt sich durch einen schnelleren Arbeitsplatz ausgleichen.
„In einem Planungsbüro stecken in den Projektdaten Monate an Arbeit. Mich interessiert deshalb immer dasselbe: wie schnell fünf Leute gleichzeitig daran arbeiten können und wie schnell der gestrige Stand zurückkommt.“
Zu Projektbeginn. Es steht fest, wo das aktuelle Modell liegt, wo Planstände abgelegt werden, wie Versionen benannt sind und was ein freigegebener Stand ist. Technik löst kein Ablagechaos, und diese halbe Stunde am Anfang spart später Tage.
Im Alltag. Die Projektdaten liegen an einem Ort, auf einem Server mit schnellen Speichersystemen, der nicht einbricht, wenn das halbe Büro gleichzeitig zugreift. Das Netz trägt die Last, ohne historisch gewachsene Flaschenhälse. WLAN ist für das Arbeiten an großen Modellen ein Notbehelf, kein Arbeitsweg.
In der heißen Phase. Sicherungen und andere Läufe laufen nachts. Der Plot blockiert niemanden, und niemand muss auf eine lokale Kopie ausweichen, um weiterzukommen.
Wenn etwas schiefgeht. Der gestrige Stand kommt in Minuten zurück, weil das Büro es einmal geprobt hat. In den Projektdaten stecken Monate an Arbeit, und ein Gebäudemodell lässt sich nicht an einem Nachmittag neu schreiben.
Im Ergebnis öffnet das Modell zügig, Änderungen der Kollegen kommen laufend an, und es gibt genau einen aktuellen Stand. Die Woche vor der Abgabe bleibt anstrengend, aber die Anstrengung steckt im Projekt.
Ablagestruktur, Versionsregeln und das Einsammeln lokaler Kopien sind Organisationsarbeit, die niemand besser erledigt als das Büro selbst. Ob dagegen Verkabelung, Speichersystem oder Server der Bremser ist, lässt sich nur messen, nicht erraten. Diese Diagnose und der Umbau gehören in professionelle Hände.
Der Einwand ist der ehrlichste im ganzen Thema, und er stimmt: Während einer laufenden Abgabe fasst niemand die Technik an. Das ist auch richtig so. Nur verschiebt sich der Zeitpunkt danach von selbst, weil das nächste Projekt schon läuft, und so bleibt die Viertelstunde jahrelang stehen.
Umgeplant wird in Ihrem Beruf ständig, auch während gebaut wird, das ist der Alltag. Was auf der Baustelle trotzdem niemand macht: die Schalung ändern, während der Beton läuft. Für die IT heißt das: in der heißen Phase mitschreiben, wo gewartet wird, und in der ruhigen Phase beheben.
Wer den gestrigen Stand nicht in Minuten zurückholt, verwaltet Ihre Projektdaten, gesichert hat er sie nicht.
Dann wissen Sie vor der nächsten Abgabe so wenig wie vor dieser. Setzen wir uns eine halbe Stunde zusammen. Wir messen, wo Ihre Viertelstunde hingeht, und sagen Ihnen, welche Projektdaten heute außerhalb der Sicherung liegen.
In einem Planungsbüro mit fünfundzwanzig Mitarbeitern haben wir nachgemessen, wo die Viertelstunde beim Öffnen der zentralen Projektdatei hingeht. Gearbeitet wird dort in ArchiCAD, und zwar dateibasiert: Die .pln liegt auf dem Server, und wer dran ist, öffnet sie von dort. Ein Teamwork-Projekt auf einer BIMcloud gibt es nicht. Der Verdacht liegt in so einem Fall fast immer bei der Software oder in der Planungsdatei selbst. Angesehen haben wir uns deshalb zuerst den Weg zwischen Arbeitsplatz und Server.
Befund: In der Software lag es nicht. Der Weg zum Server lief über eine gewöhnliche 1-Gigabit-Verbindung. Gemessen haben wir an mehreren Plätzen, und jeder war gleich schnell. Auf derselben Leitung läuft das lokale Backup. Beides fällt normalerweise nicht auf, aber in diesen Tagen ist das Backup nicht über Nacht fertiggeworden und am Vormittag weitergelaufen.
Die lokale Kopie war unter Termindruck die einzige Möglichkeit, arbeitsfähig zu bleiben. Genau daran hängt der Rest: Wer dateibasiert arbeitet, hat nichts, was zwei Stände wieder zusammenführt. In einem Teamwork-Projekt wäre die Kopie am Arbeitsplatz der vorgesehene Weg und das Zusammenführen die Aufgabe der Software. Hier war sie ein zweites Projekt.
Folge: Vor der Abgabe musste jemand die beiden Stände Blatt für Blatt gegeneinanderhalten und zu jeder Änderung entscheiden, welche gilt. Der Ziviltechniker unterschreibt und stempelt die Einreichung persönlich, ungesehen läuft da nichts durch. Gekostet hat der Dienstagabend deshalb nicht die Einreichung, sondern die Tage davor, und die waren ohnehin knapp.
Welcher der beiden Stände zu diesem Zeitpunkt der gültige war, konnte niemand mehr sagen. Die zweite Fassung lag außerhalb jeder Sicherung. Zwei Stände, ein Projekt. Eine lokale Kopie ist schnell angelegt, zusammengeführt wird sie nicht von selbst.
Fünf Punkte.Still für sich beantwortet.
Es geht nicht um Schuld, nur um das Muster.
Der Datenweg, nicht die Software. Die Software bekommt die Schuld, weil sie das Fenster ist, in das man schaut. Verloren geht die Zeit zwischen Arbeitsplatz und Server: bei der Ablage, bei der Verkabelung, bei einem einzelnen alten Gerät, das ein ganzes Büro ausbremst.
Die fehlende Zahl. Fragen Sie im Büro, wie lange das Modell heute zum Öffnen braucht, bekommen Sie Schätzungen zwischen zwei und zwanzig Minuten. Wo niemand misst, rät das Büro beim nächsten Gerätekauf, und es rät meistens am Engpass vorbei.
Die Rücksicherung, die nie geprobt wurde. Ein Modell lässt sich versehentlich überschreiben, das passiert in jedem Büro. Ob der gestrige Stand dann in Minuten oder erst am nächsten Tag zurückkommt, weiß man vorher nur, wenn es jemand einmal ausprobiert hat.
Beim Arbeiten am zentralen Modell addieren sich vier Faktoren. Der Engpass sitzt fast nie in der Software.
Keiner der vier Punkte lässt sich durch einen schnelleren Arbeitsplatz ausgleichen.
„In einem Planungsbüro stecken in den Projektdaten Monate an Arbeit. Mich interessiert deshalb immer dasselbe: wie schnell fünf Leute gleichzeitig daran arbeiten können und wie schnell der gestrige Stand zurückkommt.“
Zu Projektbeginn. Es steht fest, wo das aktuelle Modell liegt, wo Planstände abgelegt werden, wie Versionen benannt sind und was ein freigegebener Stand ist. Technik löst kein Ablagechaos, und diese halbe Stunde am Anfang spart später Tage.
Im Alltag. Die Projektdaten liegen an einem Ort, auf einem Server mit schnellen Speichersystemen, der nicht einbricht, wenn das halbe Büro gleichzeitig zugreift. Das Netz trägt die Last, ohne historisch gewachsene Flaschenhälse. WLAN ist für das Arbeiten an großen Modellen ein Notbehelf, kein Arbeitsweg.
In der heißen Phase. Sicherungen und andere Läufe laufen nachts. Der Plot blockiert niemanden, und niemand muss auf eine lokale Kopie ausweichen, um weiterzukommen.
Wenn etwas schiefgeht. Der gestrige Stand kommt in Minuten zurück, weil das Büro es einmal geprobt hat. In den Projektdaten stecken Monate an Arbeit, und ein Gebäudemodell lässt sich nicht an einem Nachmittag neu schreiben.
Im Ergebnis öffnet das Modell zügig, Änderungen der Kollegen kommen laufend an, und es gibt genau einen aktuellen Stand. Die Woche vor der Abgabe bleibt anstrengend, aber die Anstrengung steckt im Projekt.
Ablagestruktur, Versionsregeln und das Einsammeln lokaler Kopien sind Organisationsarbeit, die niemand besser erledigt als das Büro selbst. Ob dagegen Verkabelung, Speichersystem oder Server der Bremser ist, lässt sich nur messen, nicht erraten. Diese Diagnose und der Umbau gehören in professionelle Hände.
Der Einwand ist der ehrlichste im ganzen Thema, und er stimmt: Während einer laufenden Abgabe fasst niemand die Technik an. Das ist auch richtig so. Nur verschiebt sich der Zeitpunkt danach von selbst, weil das nächste Projekt schon läuft, und so bleibt die Viertelstunde jahrelang stehen.
Umgeplant wird in Ihrem Beruf ständig, auch während gebaut wird, das ist der Alltag. Was auf der Baustelle trotzdem niemand macht: die Schalung ändern, während der Beton läuft. Für die IT heißt das: in der heißen Phase mitschreiben, wo gewartet wird, und in der ruhigen Phase beheben.
Wer den gestrigen Stand nicht in Minuten zurückholt, verwaltet Ihre Projektdaten, gesichert hat er sie nicht.
Dann wissen Sie vor der nächsten Abgabe so wenig wie vor dieser. Setzen wir uns eine halbe Stunde zusammen. Wir messen, wo Ihre Viertelstunde hingeht, und sagen Ihnen, welche Projektdaten heute außerhalb der Sicherung liegen.